Links sein, eine schöne Zusammenfassung.

HIER  hat Georg Seeßlen schön auf den Punkt gebracht, was es mit dem Links-sein auf sich hat.

Vier Ebenen: Gefühl, Denken, Erfahrung und Hoffnung/Utopie – sind involviert, und Kraft gewinnt eine Bewegung, wenn sie sie in sich vereint. Verzweiflung herrscht, wenn sie auseinanderbrechen und jedes einzelne Teil beginnt, zu degenerieren: zum Dogma, zur Sentimentalität, zur Raserei und zum Kitsch.

Ich kann in mir selber gut bestimmen, auf welchem der vier Wege ich zum Links-sein gekommen bin, welche dazugekommen sind und auf welcher der Ebenen bei mir welche Art von Verzweiflung herrscht. Vielleicht ein guter Anhaltspunkt für künftige Debatten über das Dabei-bleiben, mal die vier Ebenen abzufragen.

Am I too old for this?

Wenig verwunderlich wurde diese Frage auch auf einem internationalen Treffen eines politischen Netzwerkes gestellt und diskutiert. Das Protokoll dieser Diskussion fiel mir kürzlich in die Hände, aus Diskretionsgründen und weil es auf englisch ist, gibt es hier keine komplette Wiedergabe der immerhin fünf Seiten Text, sondern eine kurze Zusammenfassung.

Anlass der Diskussionsrunde war die Feststellung, dass in den jeweiligen Gruppen des Netzwerks der gleiche Vorgang zu beobachten ist, dass die Aktivist_innen relativ jung sind und sich Ältere stets herausziehen bzw. den Wiedereinstieg oder das Dabeibleiben / in Kontakt bleiben schwierig finden. In Bezug auf das Phänomen Alter wurde festgestellt, dass man sich stets eher alt fühlt, da man sich an das Jüngersein erinnern, sich aber nicht vorstellen kann, wie es ist älter zu sein. Man ist also für sich selbst immer am ältesten und erfahrensten zu jedem Zeitpunkt seines Lebens. Die Einfühlung nach vorne misslingt eher als die Einfühlung nach hinten, also in Jüngere. Weitere Erkenntnisse der Diskussion:

  1. Das Dazustoßen Jüngerer bedeutet häufig die Wiederholung von bereits durchlaufenen Diskussionen und Praxen. Das ist für Ältere und Erfahrener auf die Dauer nicht interessant, außer sie haben viel Langmut.
  2. Der Lebensstil unterscheidet sich, Jüngere können mehr Risiken auf Aktionen eingehen, weil sie z.B. keine Verantwortung für ein Kind haben oder Konsequenzen in ihrem Beruf fürchten müssen. Sie sind körperlich fitter und halten ein anderes Aktionsniveau aus bzw. können bis spät nachts aktiv sein, weil sie morgens nicht früh aufstehen und fit sein müssen, und wenn doch, stecken sie es noch besser weg.
  3. Ein Leben mit beruflichen und privaten Verpflichtungen reduziert die Zeitspanne, die für Aktivismus übrig bleibt. Umso wichtiger ist dann die Sinn- und Ernsthaftigkeit der Aktivität, da es frustrierend wird, wenn man die wenige Zeit, die man hat, in endlosen Diskussionen verplempert oder sich für eine Aktion freigenommen hat, die schlecht organisiert oder wirkungslos ist.
  4. Dem Wunsch Jüngerer, die Bezugsgruppe möge auch ein Freundekreis sein, kann oft nicht entsprochen werden, da man bereits viele langjährige Freundschaften aus anderen Zusammenhängen hat und die Zeit für übermäßig viel Sozialkontakt fehlt. Obendrein hat man mglw nicht die gleichen Interessen und Gesprächsthemen. Wenn die Jüngeren der Gruppe dann Freundschaften schließen, können sich die Älteren, zumal wenn sie einzelne Ältere unter vielen Jungen sind, ausgeschlossen fühlen.
  5. Auf Grund von mehr Erfahrung kennen sich Ältere wahrscheinlich selbst besser und können sich besser einschätzen, zudem haben sie vielleicht traumatische Dinge erlebt, die Einfluss auf ihre Reaktion haben. Psychische Gesundheit wird ein wichtigeres Thema.
  6. Wenn die Leute aus der gleichen Generation wegfallen und fehlen, geht damit auch eine bestimmte Kultur für die Person, die übrigbleibt, verloren: man hatte seine Art von Humor, seine Art zu diskutieren, einen gemeinsamen Erfahrungshorizont, eine ähnliche gesellschaftliche Prägung. Die Jüngeren sind „anders“. Es ist schwer, anzudocken. Manches lässt sich nicht vermitteln.
  7. Es gibt einen bestimmten Politisierungsprozess, den neue und junge Leute durchlaufen. Ihn sich stets wiederholen zu sehen, kann ermüden. Zunächst entdecken die Leute eine neue Welt und sind begeistert: wenn nur alle Menschen so leben und denken würden! Die Euphorie führt zu viel Aktivität, der Mangel an Erfahrung bringt jedoch mit sich, dass Debatten geführt und Postionen vertreten werden, die für die Älteren altbekannt und durchgekaut sind. Nach einer Weile stellen die Neuen fest, dass die Welt sich nicht so schnell ändert und dass sie selbst Teil des Problems sind. Welches Problem das gerade ist, unterliegt wellenförmigen Modebewegungen. Es geht nun hauptsächlich darum, anderen Aktivist_innen dieses Problem klarzumachen und man wendet sich weniger nach außen. In stark nach außen orientierten Organisierungen verlassen die Leute die Gruppe. Wenn das nicht passiert, ist die nächste Bruchstelle das Ende des Studiums und der Beginn eines Berufslebens mit mehr Kontakt zu „normalen“ Leuten. In der „normalen“ Welt sind häufig all diese hochwichtigen Themen und Diskussionen irrelevant und z.T. nicht einmal vermittelbar, also erscheint das Engagement sinnlos und hinfällig. Schließlich kann man die Welt nicht ändern, wenn man nicht einmal mit den Leuten außerhalb des Milieus reden kann. Zu diesem Frust gesellen sich veränderte Bedürfnisse in Bezug auf den Lebensstil, so dass Leute aussteigen. Wer übrigbleibt, ist bald mit der nächsten und übernächsten Welle dieses Prozesses bei den Nachkommenden konfrontiert, so dass die stete Wiederholung zum Frustfaktor wird, sowie die Erkenntnis, dass es so viele Formen von Herrschaft gibt und wir es niemals schaffen werden, herrschaftsfrei zu sein. Wenn man dann dabei bleibt, wird man abgeklärter und geht mehr auf Distanz zu diesen Vorgängen.
  8. Daraus ergibt sich die Frage, wie Ältere ihre Erfahrung einbringen können, ohne paternalistisch zu sein. Jüngere brauchen den Raum, um sich auszuprobieren, aber Ältere brauchen auch Kontakt auf Augenhöhe und den Eindruck, partizipieren und sich einbringen zu können.

Wie kann man also Offenheit für die Verschiedenheit der Menschen in Bezug auf Generation schaffen?

  1. Eine organisierte Form von zweiter Reihe: nicht mehr an allen Treffen teilnehmen, aber Protokoll lesen, dran bleiben und zu bestimmten Treffen und Aktionen auftauchen. Die Offenheit dafür muss von der Gruppe gewollt und geschaffen werden.
  2. Möglicherweise können Leute durch feste Bezugspersonen in der Gruppe auf dem Laufenden gehalten und an die Gruppe gebunden werden.
  3. Ältere müssen ihren Stil und ihre Position finden, das „so mache ich es und das ist auch ok so“. Das heißt vielleicht, nicht mehr zu Treffen zu gehen, auf denen man nichts beitragen kann oder will, und dies auch offen so zu sagen.
  4. Sich die Frage stellen, was einem am politischen Engagement wichtig ist, warum man es macht, und sich auf das konzentrieren, wo diese Punkte erfüllt werden, so ist es weniger frustrierend.
  5. Erfahrung hilft, aber nicht immer. Manchmal steht sie auch im Weg und es ist besser den Mund zu halten und in Kontakt zu bleiben.
  6. Schwierigkeiten, die das Generationenthema betreffen (wie alle Schwierigkeiten) lieber offensiv thematisieren als sich stillschweigend verabschieden.
  7. Im Beruf verantwortliche und Vollzeitstellen vermeiden – das erweitert die Möglichkeiten für Aktivismus: mehr Zeit, mehr Energie.

Schlussendlich braucht es einfach auch einen guten Schuss Hingabe. Es hilft, sich daran zu erinnern, warum man dabei ist, und sich auf die positiven Aspekte zu fokussieren. Denn es lohnt sich für alle, wenn Ältere dabei bleiben.

Münster Nachlese

Was man so produziert beim Nachdenken: eines der Ergebnisse der sehr lebhaften Diskussion in Münster…

skribble-dg-munster

… in der die Sprache auch auf folgende Konferenz kam, an der ich leider nicht teilnehmen kann, zu der ich Euch aber allen rate hinzufahren und gemeinsam eine Perspektive zu erarbeiten!  Strategiekonferenz Münster: lasst uns reden

Rein in die Mühen der Ebene, rein in den Alltag, rein in die Organisierung von unten.

Danke an den Wiedereinsteiger JP aus Bremen für den Hinweis auf folgenden Text der Gruppe »Zweiter Mai«, den ich Euch wärmstens empfehle:

Kommt ihr mit in den Alltag?

Neue Auflage, juhu!

Seit Freitag ist sie da und sehr bald auch im Buchladen erhältlich, die zweite und korrigierte Auflage von »Dabei Geblieben«!!! Juhu!

Found Footage: *seufz*

mit-wurde-den-raum-verlassen

Das Zitat stammt aus dem bezaubernden Film »Shortbus«.

Dabei Geblieben: Österreichtour mit Start in Bayern

Nach mehr als einem Jahr klappt es endlich auch im Süden des deutschsprachigen Raumes! Ich freue mich sehr, in meiner Heimatstadt München zu lesen sowie anschließend durch die schöne Alpenrepublik reisen zu können.
Hier die Daten (ausführliches dann nach und nach im Kalender):

1.12. 21h München, Café Marat

2.12. Salzburg, Infoladen

3.12. Wels, Infoladen

5.12. Linz, Infoladen

8.12. Wien, Infoladen im EKH

9.12., 19h Graz, Vereinsladen Combinesch, verlegt ins Sub, Kaiserfranzjosefkai 66

nochwas zu Bremen…

Dank an Iván aus Hamburg für den Hinweis auf folgende Broschüre zu einer „grundlegenden Neuausrichtung linksradikaler Politik“. Sie spricht mir sehr aus dem Herzen. Ich habe beim Lesen oft an das Interview mit Samira gedacht und ihren emphatischen Satz, dass man „nah rangehen muss an die Leute“ und sie fragen, warum sie dabei sind, was sie überhaupt wollen. Die Bremer Broschüre will mal wieder was ernstnehmen und stellt grundsätzlich die Frage, was eine revolutionäre Politik ist und wie man sich organisiert. Sie ist inspiriert von den Erfahrungen der Genoss_innen aus anderen Ländern, wo es bei Zeiten durchaus ernsthafter zuging als hier.

Während des Lesens wird einem erst bewusst, was für ein schrecklicher Hobby-ismus das meiste linke Gewurschtel so ist. Und was es heißen würde, wenn man die eigenen Sprüche wirklich selber ernstnehmen würde (was die Voraussetzung dafür ist, dass es andere tun.) Es hat mir für mich selber gezeigt, dass ich früher so drauf war: ich hab es ernstgenommen und Konsequenzen gezogen, zu denen ich heute nicht mehr bereit wäre, weil mir mangels positiver gegenteiliger Erfahrung schlicht der Glaube daran fehlt, dass es sich lohnt, dass das nochmal was werden kann. Mir ist auch wirklich die Idee abhanden gekommen, was „Revolution“ überhaupt ist. Insofern finde ich die Broschüre gut, weil sie einen auf den Hosenboden der eigenen Widersprüche setzt. Ich bin mir allerdings nicht ganz sicher, ob ich die tausendste Aufwärmung der „linken Organisation“ richtig finde, die man gründen muss und die ja am Ende doch immer der Partei ähnelt. Wir brauchen neue und andre Formen der Kollaboration und des Aufeinander-sich-Beziehens. Ich weiß nicht wie das geht, und ich vermute, dass sich die Bremer_innen ihr Modell in Kurdistan abgeschaut haben. Das ist berechtigt und bestimmt nicht die verkehrteste Richtung. Zur Zeit hab ich es aber eher mit den Ideen von Ivan Illich, und das geht dann doch in eine andere Richtung. Widerstand durch Nicht-mehr-Mitmachen, Organisierung durch Konvivialität. Was das im Konkreten ist, weiß ich nicht, aber die „alte Form“ spricht mich auch im neuen Lack nicht an.

Dennoch WÄRMSTENS EMPFOHLEN. Ladet Euch das Ding runter und diskutiert drüber!

Lesung und Diskussion in Bremen

Ich hatte es vor ein paar Monaten schon erwähnt, dass sich was tut da im hohen Norden, und nun steht die Veranstaltung. Es verspricht, spannend zu werden. (Wenn ihr auf das Bild clickt, könnt ihr es vergrößert ansehen und alles gut lesen).

afa_cafe_dabei

Außerdem gibt es jetzt auch einen Blog: https://nadelstreifenrevoluzzer.wordpress.com/

Biographie und Politisierung

Buchrezension

Regine Wagner-Preusse: Biographie und Politisierung. Was linkpsolitische Aktivisten antreibt. Tectum 2016, 228 Seiten, 24,95€

Vor ein paar Wochen machte mich Bernd Hüttner vom Gesprächskreis Geschichte der RosaLux auf das soeben erschienene Buch »Biographie und Politisierung« aufmerksam. Ich war überrascht und sehr neugierig. Es liegt wohl im Trend der Zeit, die Frage zu stellen, warum Leute sich (weiterhin) politisch engagieren. Ich vertrete ja selbst die These, dass das Weitermachen mit dem Anfangen zu tun hat. Der Titel ist vielversprechend und ich habe mir eine Ergänzung, Erweiterung, Widerlegung oder Bestätigung meiner Thesen und Schlussfolgerungen erhofft. Leider wurde ich ziemlich enttäuscht.

Nun ist es komisch, wenn man als Autorin eines Buches zu einem Thema das Buch einer anderen Autorin zum gleichen Thema bespricht, zumal wenn man nicht anders kann als es eben nicht zu loben. Es mag wie ein Diss aus narzistischen Gründen erscheinen: ich bin toller als Du, mein Buch ist besser. Das ist es nicht. Ich hatte mich gefreut und hätte sehr gerne eine Empfehlung ausgesprochen.

Warum gefällt mir das Buch nicht?

Die Autorin Regine Wagner-Preusse, über die man nichts erfährt als dass sie selbst in den Siebzigern im Umfeld von K-Gruppen aktiv war und sich von diesen entfremdet hat, weil ihr die Antworten nicht mehr genügten, bezieht sich denn auch ausschließlich auf das Milieu der autoritären Parteiszene. Andere Linke als Marxisten-Leninisten, autoritäre Kommunisten oder Sozialisten scheint es nicht zu geben. Warum sie ihre Wahl so eng trifft, erklärt sie nicht.
Die zentrale Frage des Buches lautet, warum sich nicht mehr Leute engagieren. Die Autorin arbeitet sich an den ML-Erklärungen ab, die sich auf den Satz „Das Sein bestimmt das Bewusstsein“ zurückziehen und konstatieren, dass die Leute eben „noch nicht so weit seien“, also das falsche Bewusstsein hätten. Wie aber kommt nun das richtige Bewusstsein in die Köpfe?
Wagner-Preusse analysiert, dass es allein die ökonomische oder Klassenlage nicht sein kann, weil ja unter den gleichen Bedingungen die einen sich wehren und die anderen nicht. Sie findet Antworten in der Psychologie und der Soziologie. Die Motivation, zu handeln, entsteht aus einer Vielzahl von Einflüssen: Familiärer Hintergrund, Vorbilder, Selbstbewusstsein, Erfolgsaussichten, ökonomische Lage, Risiko, Zugehörigkeit zu einer unterdrückten Gruppe. Für diese Erkenntnis braucht sie 230 Seiten, auf denen sie sich intensiv mit zwei Interviews beschäftigt, die sie in völlig offenem Stil anscheinend bereits vor 40 Jahren geführt hat. (Genaueres wird nicht gesagt. Das Buch ist von 2016, aber ein Interviewpartner ist zum Zeitpunkt des Gesprächs 26 Jahre alt und in den Fünfzigern geboren…) Zwischendurch werden auch mal andere Interviews erwähnt, von denen man aber nichts weiter erfährt, weder über deren Verbleib noch warum diese zwei ausgewählt wurden, intensiv präsentiert zu werden und die anderen gar nicht vorkommen. Es bleibt also vieles im Dunkeln.

Jene zwei Interviews, das eine mit einem Kader der DKP, das andere mit einem SPD(!)-Mitglied in der ländlichen Provinz, werden also ausführlich präsentiert, die Situation der Gespräche dargelegt, die Vorüberlegungen und die Gedanken der Interviewerin dargelegt. Die Autorin präsentiert ihr Sichtweise auf die Interviewten, zwischen den Zitaten stellt sie lange psychologische und soziologische Analysen über das gesagte an, was mitunter grenzüberschreitend wirkt und mich beim Lesen peinlich berührt. Wäre ich selber damit einverstanden, derart fernanalysiert zu werden, nachdem ich ein Interview gegeben habe? Wohl kaum. Ich empfinde es als unangebrachtes Eindringen in jemandes Intimsphäre. Zumal mir immer wieder eine Psychoanalyse-regel in den Kopf kam: Man analysiert niemanden, der nicht bei einem in Behandlung ist. Mit welcher Qualifikation Frau Wagner-Preusse dies tut, wird zudem nicht erwähnt (die Seite des Verlags spricht von eine Ausbildung zur Familientherapeutin und Arbeitserfahrung in der Psychatrie). Das schlimme ist aber eigentlich, dass diese ausführlichen psychologischen Untersuchungen der Aussagen eines DKP-Funktionärs und eines SPD-Mitglieds stellvertretend linke Handlungsmotive erklären sollen und dabei überhaupt keine Erkenntnisse zutage fördern! Wir wissen am Schluss, dass die Leute je nach Lebenslage unterschiedlich stark motiviert sind und dass es verschiedene Gründe für ihr Engagement gibt, die in ihrer Persönlichkeit begründet sind. Aha. Echt jetzt. Hätte man ja nie gedacht.

Dass die Motivation, sich zu engagieren, noch von anderen Dingen abhängt als der finanziellen und Klassenlage, weiß jede_r, der_die Hochs und Tiefs von Bewegungen mitgemacht hat und im eigenen Leben Phasen unterschiedlich intensiven Engagements kennt. Und dass Leute zum Beispiel weniger kämpfen, um so mehr Angst sie haben, ist auch kein großes Geheimnis.

Minimaler Erkenntnisgewinne meinerseits: meine Begründung, warum ich mich auf Linke außerhalb von Parteien- und NGO-Strukturen konzentriert habe, hat sich bestätigt. Sie ermöglichen ein Dabei-sein oder Dabei-bleiben, das nichts mit inhaltlicher Motivation zu tun hat, indem sie Leute mit Posten versorgen und durch feste, wenn nicht starre Strukturen Halt geben.

Fazit: ich weiß überhaupt nicht, was dieses Buch erklärt. Schade, dass die Chance, einen Diskussionsbeitrag zur linken Organisations- und Bewegungsdebatte zu leisten, vertan wurde


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Das Buch im Internet verlängern

Dieser Blog ist ein Versuch, weitere Gedanken zum Buch »Dabei Geblieben – Aktivist_innen erzählen vom Älterwerden und Weiterkämpfen« zu ergänzen. Neben Kommentaren und Texten zu anderen Themen werde ich hier unter dem Stichwort »Dabei Geblieben« das Thema fortführen. Über die Kommentarfunktion könnt ihr selbst Ideen, Kommentare, Fragestellungen beitragen.