Bayern wird immer wieder und gerne missverstanden. Dabei ist vermutlich sowohl in Geschichte wie in Gegenwart keine Region in Deutschland so widersprüchlich und so polarisiert wie diese: Räterepublik und »Haupststadt der Bewegung«, CSU und Refugees welcome. Die meisten aber assoziieren mit Bayern eher Franz Josef Strauss als die vielen politischen und kulturellen Oppositionsbewegungen. Dann kommen solche Bilder wie vom Münchner Hauptbahnhof überraschend. Ausgerechnet im konservativen Bayern und gerade im verreichten München sollten die Leute spontan weltoffen und empathisch sein? Der »Spiegel« versucht es sich zu erklären:

»Die Magie des „Mia san mia“. Missverstanden von Nichtmünchnern als Überheblichkeit, drücke sich darin in Wahrheit ein natürliches Selbstbewusstsein aus, das dem Münchner helfe, das Fremde anzunehmen. Weil er weiß, es wird ihn nicht verbiegen. „,Mia san mia‘ ist nicht arrogant“, sagt Knobloch, „sondern das ist eine Freude am Ich.“«

Aber wer das Land besser kennt, weiß, dass Offenheit und Tradition, Fortschritt und Heimat hier schon lange zusammengehören und zu ganz erstaunlichen Ergebnisse führen könne, wie zum Beispiel hier: »Unterbiberger Hofmusik«.

Andere Namen wären La Brass Banda, Kofelgschroa und viele andere, wie der Film »Bavaria Vista Club« zeigt.