Kategorie-Archiv: Strafe & Alternativen

Buchvorstellung in BONN 28. Juli 2020

28. Juli 2020
19:30bis22:00

Dienstag, 28. Juli, 19h30: Buchvorstellung Strafe, Gefängnis, Alternativen
BUCHLADEN LE SABOT, BONN (OPEN AIR)

Die Veranstaltung findet im Hof links neben dem Buchladen mit den entsprechenden Coronaregeln statt. Bei Regen wird sie auf den 30. Juli verschoben. Regnet es dann auch, fällt sie ins Wasser.


Dass wir strafen, erscheint uns eine Selbst-verständlichkeit. Manchmal erfüllt sie uns mit Unbehagen, aber wirklich in Frage stellen wir sie nicht. „Strafe ist die Wurzel der Gewalt auf unserem Planeten“, schreibt der Begründer der Gewaltfreien Kommunikation, Marshall Rosen-berg. Strafe ist ein Kern von Herrschaft: sie bedarf Institutionen, die sie ausführen und bedeutet, dass sich ein Individuum über das andere erhebt. Während einzelne Institutionen der Strafe (wie z.B. das Gefängnis oder auch die Züchtigung in der Schule) konjunkturell kritisiert werden, ist die Kritik der Strafe als solches eine Seltenheit. Um einer friedlicheren und freieren Gesellschaft näher zu kommen, ist daher die Infragestellung von Bestrafung notwendig.
Wie aber kann es anders gehen? Welche Alternativen gibt es? In antikolonialen Befreiungskämpfen, indigenen Kulturen und marginalisierten Communities finden sich eine Menge anderer Verfahren der »Unrechtsbewältigung« oder »Gerechtigkeitsfindung«.
Als »Restorative Justice« und »Transformative Justice« werden solche Alternativen heute auch in weißen Mehrheitsgesellschaften diskutiert.
Dass sie jedoch nach wie vor nur marginal angewandt werden, liegt auch daran, dass sie außerhalb der Fachkreise unbekannt sind und es keine gesellschaftliche Bewegung gibt, die sie praktiziert und einfordert. Das gilt es zu ändern.

UMGEZOGEN!

neue Webseite: rehzimalzahn.net

dieser Blog wird nicht mehr gewartet und Ende 2020 abgeschaltet.

Online Buchpremiere: Weggesperrt von Thomas Galli

Wer Zeit und Lust hat, kann einer Online Buchpremiere mit Podiumsdiskussion von Thomas Gallis neuem Buch „Weggesperrt“ beiwohnen:

https://www.koerber-stiftung.de/veranstaltungsuebersicht/weggesperrt-2989

Unbestreitbar gibt es ein Bedürfnis der Gesellschaft nach Strafe: Wer gegen Gesetze verstößt, soll nicht ungeschoren davonkommen. Den Täter zur Verantwortung zu ziehen, ihn zur Reue anzuhalten, abzuschrecken, den Opfern Genugtuung zu verschaffen und die Gesellschaft vor Gefahren zu schützen – das sind die Hoffnungen, die sich an Gefängnisstrafen knüpfen. Aber aus seiner jahrzehntelangen Erfahrung weiß der Rechtsanwalt und ehemalige Gefängnisdirektor Thomas Galli: Selten wird auch nur eines dieser Ziele erreicht.

In seiner Streitschrift »Weggesperrt« fordert er daher den weitgehenden Verzicht auf Haftstrafen. Welche Alternativen bereits existieren und welche Wirkung die derzeitigen gesellschaftlichen Erfahrungen mit Isolation und Kontaktsperre haben, diskutiert Thomas Galli mit Arnd Henze vom WDR. Denn für die allermeisten Straftäter brauchen wir einen alternativen, wirkungsvollen Strafvollzug, um in einer Welt mit mehr Gerechtigkeit und Sicherheit zu leben.

Moderation: Arnd Henze, WDR

Ein paar Fundstücke zum Thema Strafe und Gefängnis:

Kurzmitteilung

[ 23. April 2020; 19:00 bis 22:00. ] auf dem Hoffest der G16, mehr dazu demnächst

Film TO GERMANY WITH LOVE in KÖLN

11. März 2020
19:00bis22:00

11.03. 19h Filmpalette, Lübecker Str.15, 50668 Köln -Eigelstein
Eintritt 7,- (6,-) Euro

Wie kann ein Menschen nach einem Verbrechen mit dieser Tat umgehen. Der Film «To Germany, with love» (engl. Titel »The Worst Thing« ) von der Regisseurin Desireena Almoradie zeigt dies anschaulich.
1985 verlor Kathleen ihren Bruder Eddie, einen U.S. amerikanischen Soldaten, durch einen Anschlag der Roten Armee Fraktion (RAF). Viele Jahre später, beschließt sie, die Gruppe zu suchen, die für seinen Mord verantwortlich ist. Der Film begleitet Kathleen auf ihrer Reise nach Deutschland, um mit ehemaligen Mitgliedern der RAF Frieden zu schließen.
Der Film wird in OmU gezeigt. Im Anschluss findet ein Filmgespräch mit Rehzi Malzahn statt. Sie hat 2018 den Sammelband »Strafe und Gefängnis. Theorie, Kritik, Alternativen. Eine Einführung« herausgegeben. Sie arbeitet seit mehreren Jahren zu verschiedenen Formen gewaltarmer Konfliktbewältigung (Mediation, Gewaltfreie Kommunikation, Restorative Justice), darunter auch im Kontext von »Justiz«. rehzimalzahn.blogsport.eu

Restorative Justice ist ein umfassender Ansatz, der darauf abzielt, die durch Verbrechen oder andere Missstände verursachten Schäden so weit wie möglich zu beheben. Anders als im Justizsystem liegt der Fokus nicht auf dem Täter und der rechtlich vorgesehenen Strafe. Ein Kernelement dieses opferorientierten Ansatzes ist das Zusammenbringen und aktive Beteiligen des Geschädigten, des Beschuldigten und möglicherweise indirekt betroffener Parteien.

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Servicebüro für Täter-Opfer-Ausgleich und Konfliktschlichtung.

ABGESAGT Einführung in die Restorative Justice in BONN

19. März 2020
19:00bis22:00

19.03.  Alte VHS, näheres demnächst

Strafe und Alternativen in GÖTTINGEN

10. März 2020
19:00bis22:00

10.03. 19h Hausprojekt Obere Masch-Straße 10

Strafe und Alternativen in BREMEN

9. März 2020
19:30bis22:00

09.03. 19h30 Infoladen Paradox

 

Strafe und Alternativen in HALLE

6. März 2020
19:00bis22:00

6.3. 19h Hausprojekt R78, Reilstrasse 78, Näheres hier