Kategorie-Archiv: Allgemein

Beitrag in der Jungle World

Mein Beitrag zur Disko über den Umgang mit (sexualisierten) Übergriffen. Diese Diskussionsreihe in der Jungle World ist wirklich lesenswert. Es wäre sehr zu wünschen, dass sich das jetzt auf die Praxis auswirkt, wo leider immer noch inquisitorische Methoden vorherrschen, was mich immer wieder wütend und verzweifelt macht

https://jungle.world/artikel/2020/29/eine-bessere-konfliktkultur-aufbauen

Disclaimer: es heißt nicht „restaurativ“ sondern restorativ und schon gar nicht „restaurative Gerechtigkeit“, das ist mir hineinlektoriert worden. Für das Wording zu dem Thema halte ich die deutschsprachige Fachzeitung „TOA-Magazin“ maßgebend. Leider konnte ich das wegen Urlaub nicht mehr korrigieren.

Filmtipp zu Restorative Justice – Aktuell in der Arte Mediathek

Mediation – Chance für Opfer und Täter

Im Dialog will man Tätern und Opfern die Gelegenheit geben, ihre Geschichte zu erzählen und so das Geschehene gemeinsam zu verarbeiten. Mit Hilfe von Mediatoren will man Verständnis schaffen – für beide Seiten. Doch lassen sich zwischenmenschliche Schäden überhaupt wiedergutmachen? Kann ein Opfer-Täter-Dialog wirklich befreiend sein? Was, wenn die Gespräche nicht konstruktiv sind, keine heilende Wirkung haben? Viele juristische Instanzen zögern, derartige Verfahren zuzulassen. In Belgien wird Jugendmediation bereits seit Jahren mit Erfolg angewandt; in der Schweiz hingegen stecken derartige Methoden noch in den Kinderschuhen. François Kohler dokumentiert die schwierige Umsetzung eines Mediations-Pilotprojekts in Gefängnissen in der deutsch- und französischsprachigen Schweiz und begleitet sowohl Täter als auch Opfer.

İdil Baydar: Autorität ist nicht, eine Waffe zu tragen

https://www.zeit.de/gesellschaft/2020-07/idil-baydar-schauspielerin-kabarettistin-polizeigewalt-nsu-shishabars-brennpunkte

Zu diesem, im Großen sehr guten Interview vmit Idil Baydar möchte ich mit Geoffroy de Lagasnerie erwidern: Es ist der Zweck der polizeilichen Ordnung („Ordre policier“) migrantische, schwarze Körper zu eliminieren.
Das hört sich radikal an, hat aber etwas mit der Geschichte der Entstehung der Polizei, wie wir sie heute kennen, zu tun. Die längste Zeit der Geschichte gab es so etwas wie Polizei überhaupt nicht, die Menschen haben trotzdem nicht schlechter gelebt.
Der Polizeiapparat hat Wurzeln im Überwachungsapparat der Sklavenbesitzer*innen auf den Plantagen. Er hat Wurzeln in der Inquistion und der Vernichtung der Reformchrist*innen, in der Vertreibung und Enteingung der Landbevölkerung zum Zweck ihrer Proletarisierung. Die Polizei hat zur Aufgabe, die Besitzenden und die Privilegierten zu schützen, ihre Intereseen durchzusetzen.
Da helfen keine Reförmchen, interkulturelle Trainings etc. Die Polizei als Struktur in dieser Form muss abgewickelt werden. There is no alternative.

 

Die Jungle World zu „Tranformative Justice“ und sexualisierter Gewalt

In der linken Wochenzeitung „Jungle World“ wird in der Rubrik „Disko“ über die Frage des Umgangs in der Linken mit sexualisierter Gewalt diskutiert. Dabei geht es auch um Transformative Justice / Community Accounatbility.

Die Diskussion wird über mehrere Wochen fortgesetzt und ich schreibe auch einen Beitrag. Stay tuned!

Black Penal Abolitionists

Straf- und besonders Gefängnisabolitionismus ist nicht nur aus der Bewegung zur Abschaffung der Sklaverei entstanden, sondern ist auch heute, besonders in den USA, eine von der Schwarzen Community getragene Bewegung.

Wenn ihr schwarze Abolitionist*innen lesen wollt, gibt es außer der Pflichtlektüre von ANGELA DAVIS zum Beispiel folgende weiter Autor*innen:

Vanessa Eileen Thompson und Jeannette Ehrmann haben beide in meinem Buch einen Beitrag geschrieben („Abolitionistische Demokratie“)
Michelle Alexander (Buch „The new Jim Crow“)
Kali Nicole Gross (“African American Women, Mass Incarceration, and the Politics of Protection“)

… und es gibt noch viele mehr, zum Beispiel die Initiative „INCITE! Women of Color against violence“ incite-national.org

 

WDR 5: Es geht auch ohne Knast

Guter Beitrag zur derzeit wieder heißer diskutierten Frage, ob man die Knäste nicht endlich überwinden könnte. Inklusive Wortbeiträgen von mir.

https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-neugier-genuegt-das-feature/audio-es-geht-auch-ohne-knast-100.html

Reihe: Neugier genügt. Autor: Miltiadis Oulios

Und noch was zum Hören:

Kopfarbeit, Handarbeit, Muschiarbeit?

Von Sexarbeit, Prohibition und sexueller Befreiung.

Am Rande einer Demo des Strassburger Noborder-Camps, es muss im Jahr 2002 gewesen sein, fragte mich ein Passant, was ich denn »davon« halten würde und zeigte auf eine Prostituierte, die in einer Haltebucht am Strassenrand unweit unserer Demonstration stand.
Das sei, erklärte ich ihm in miserablen Resten meines Schulfranzösisch, Ausdruck des Patriarchats und somit ein gesellschaftliches Problem.

Damals war ich eine frischgebackene anarchistische Aktivistin, die den Feminismus entdeckte, und ganz klar für die Abschaffung von Prostitution. Allerdings war damals schon meine Position etwas differenzierter als die vieler heutiger Fans des sogenannten»«Schwedischen Modells« und anderer Ideen zum Verbot der Prostitution: als gute Anarchistin war ich natürlich gegen Verbote und für die Abschaffung von Herrschaftsverhältnissen, also auch dem Patriarchat. Das war nicht den Individuen anzulasten, sondern eine gesellschaftliche Aufgabe.

Nur dass mich hier niemand falsch versteht: ich bin selbstredend immer noch für die Abschaffung sämtlicher Herrschaftsverhältnisse und also auch des Patriarchats, mein Verhältnis zur sogenannten Prostitution hat sich jedoch verändert. Das hat unter Anderem damit zu tun, dass sich mein Bild dessen, was das eigentlich ist, durch  Kontakt und Information im Laufe der Zeit geändert hat:

Von Prohibitionismus zu Befreiung
Die anarchafeministische Aktivistin hörte recht bald davon, dass es da in den USA eine Bewegung von Huren gäbe, die sich selbst Sexarbeiter*innen nannten und sich gegen die Dämonisierung und Kriminalisierung ihrer Arbeit wehrten. Ich hielt das für einen typischen Ausdruck neoliberaler Subjekte, die ihre eigene Ausbeutung auch noch feiern und tat es als komischen Ami-kram ab. Ein kleiner Keim des Zweifels war jedoch gesät: wenn die »Betroffenen« selber für die Anerkennung ihrer Arbeit als Beruf kämpfen und sich nicht als ausgebeutet empfinden – vielleicht konnte man das nicht so einfach ignorieren? Musste man nicht die Selbstorganisierung und Selbstermächtigung Unterdrückter und Ausgebeuteter unterstützen?

Jahre später fiel mir auf dem Ladyfest in Köln das wunderbare Buch »SexArbeit« in die Hände, eigentlich Katalog einer Ausstellung des Hamburger »Museums für Arbeit« zum Thema Prostitution. Dieser dicke und nur noch antiquarisch erhältliche »Schinken« versammelt Geschichten und Berichte verschiedener Akteur*innen in diesem Bereich und bietet einen weder romantisierenden noch dämonisierenden Einblick in eine Arbeit, die manche eben betreiben. Nur dass sie unter besonderen Vorzeichen stattfindet: der gesellschaftlichen Tabuisierung und Stimatisierung und der gesetzlichen Regulierung bis hin zur Kriminalisierung .

Ich las den Katalog und kaufte mir daraufhin sämtliche Bücher, derer ich habhaft werden konnte, darunter den Escort Coach »Warum Männer 2000 Euro für eine Nacht zahlen« von Vanessa Eden und »Sexarbeit – eine Welt für sich« aus der Edition Freitag. Eine australische Couchsurferin, die in unserer WG übernachtete, empfahl mir den  Dokumentarfilm »Scarlet Road« (ich empfehle ihn hiermit weiter). Sie selbst hatte jahrelang in Melbourne in verschiedenen Bordellen gearbeitet, darunter einem selbstverwalteten, und war kurz zuvor in Berlin auf dem Straßenstrich vergewaltigt worden. Sie konnte glücklicherweise gut für sich sorgen und wurde von ihrem Umfeld aufgefangen, so dass sie halbwegs unbeschädigt blieb. Trotz dieser Gewalterfahruung sprach sie nach wie vor mit Begeisterung von ihrem Beruf und vor allem davon, was sie alles gelernt und wie positiv er sie verändert hätte, zum Beispiel in Bezug auf Fatphobia, dem Ekel von korpulenten Menschen, den sie nun abgelegt hatte. Was mich wiederum an eine neuseeländische Freundin erinnerte, die sich ihre Umsiedlung nach Europa in neuseeländischen Puffs verdient hat und auch hier weiter als Sexworkerin tätig war (oder ist? wir haben keinen Kontakt mehr). Ich hatte sie in Neuseeland als kleine, hagere Frau kennengelernt, die nicht viel sprach und schüchtern und zerbrechlich wirkte. Als wir uns in Europa wiedersahen, war sie kaum wiederzuerkennen. Die Sexarbeit hatte ihr eine ordentliche Portion Selbstbewusstsein verschafft. Aus ihrem Tagebuch hat sie ein kleines Zine gefertigt, sowie einen Artikel für die Berliner Zeitschrift Sul Serio verfasst. Darin beschreibt sie, wie gut es ihr getan hat, ihre Grenzen zu erweitern, mit Dominanz zu spielen und was für unterschiedliche Menschen sie als Kunden kennengelernt hat. Es gibt Sachen, die sie an ihrem Beruf mag (z.B. einem Kunden, der Polizist ist, ins Gesicht pinkeln) und andere, die sie nerven (z.B. nett zu Kapitalisten sein müssen und lieblose Bordelle).

Sollte Sexarbeit also tatsächlich sein wie jede andere Arbeit?
Aus meiner langjährigen Betrachtung von außen – denn ausgeübt habe ich sie selber nie, auch wenn ich manches Mal darüber nachdachte, wenn ich meine finanzielle Prekarität satt hatte – würde ich sagen: jein.

Einerseits ist es eine Art körperlicher Arbeit, wie beispielsweise auch Bauarbeit. Physisch anstrengend, deswegen machen es nicht viele bis zur Rente, es gibt in der Branche unterschiedliche Arbeitsbedingungen inklusive mafiöser Strukturen, Menschenhandel und Sklavenarbeit (die hier wie da verboten sind und gegen die Menschenrechte verstoßen, egal welches Metier), während anderswo gut bezahlt wird und man recht schnell viel Geld verdienen kann. Es wird überall auf der Welt gebraucht und es gibt reisende Handwerker*innen. Die, die sich selbstständig machen und spezialisieren, können daraus einen interessanten Job machen, der sogar erfüllend ist.

Andererseits hat sexueller Körperkontakt noch andere Dimensionen, die auf dem Bau oder auch in der Fabrik, im Büro oder in der Gastronomie nicht unbedingt vorkommen. Das ist die Nähe zwischen den Beteiligten, die Intensität der Emotionen, die dabei erlebt werden (positiv wie negativ), die Intimität ansonsten geheimgehaltener Gelüste und Probleme etc. Sexualität ist eine sehr machtvolle Energie, die daher genauso stark heilend (genutzt im Tantra z.B.) wie stark zerstörend (Trauma durch Übergriffe) wirken kann. Das heißt, dass selbstbestimmte Sexarbeit, die bewusst mit dieser Energie umgeht, auf die Arbeitenden und auf die Kund*innen eine heilende Wirkung haben kann. Und es heißt, dass unfreiwillig oder unter (ökonomischen) Zwängen oder Notwendigkeiten ausgeübte Sexarbeit für die Arbeitenden extrem zerstörerisch sein kann, und zwar um die Intensität dieser speziellen Energie zerstörerischer als Sklavenarbeit auf dem Bau oder ein frustrierender Kellner*innenjob.

Ist das nicht alles nur konstruiert?
Man könnte argumentieren, dass der Unterschied zwischen Hand und Muschi ein konstruierter ist. Dass es mithin unsere Gesellschaft ist, die den einen Körperbereich mit einem speziellen Tabu und einer besonderen Bedeutung auflädt, während der andere als banal und alltäglich gilt. Dass also Muschiarbeit eben Arbeit ist und Punkt, man müsse nur diese besondere Bedeutung dekonstruieren und sich bewusst machen, dann wäre ein öder oder anstrengender Hurenjob auch nicht öder oder anstrengender als Teller waschen oder Beton gießen. Das ist bis zu einem bestimmten Punkt insofern richtig, als unsere Sexualorgane in allen Gesellschaften mit verschiedenen, sehr starken Bedeutungen verknüpft werden, die bis zum Tabu gehen, und dass es Gesellschaften gibt, denen Körperteile als sexuell gelten, die andere überhaupt nicht als solche betrachten (diese ganze Verhüllungsdebatte). Und das zeigt sich an der vehementen Aufklärungs- und Reflexionsresistenz der Verfechter*innen der Prohibition, denen die gleichen Misstände in anderen Branchen keine Erwähnung wert sind. Es ist ihnen schlicht unvorstellbar, dass Muschiarbeit selbstbestimmt sein kann – was mehr überihre eigenen Probleme sagt als über die Realität eines Gewerbes.

Doch die Parallele endet bei dem, was ich oben Intensität und Wirkung der sexuellen Energie genannt habe. Ficken ist eben nicht mörteln oder Teller waschen. Ein Orgasmus ist etwas anderes als eine gelungene Dachkonstruktion.

Hier liegt eine enorme Chance von legalisierter und ent-stigmatisierter Sexarbeit. Während es Sklaverei, Menschenhandel, Zwangsarbeit und Vergewaltigung überall zu bekämpfen gilt (und sie ohne spezielle Gesetze überall gleich verboten sind), könnte freie, selbstbestimmte Sexarbeit zu sexueller Heilung beitragen, indem sie unser Verhältnis zu unseren Körpern und unserer Sexualität entkrampft; indem sie in die Sexualität einführt, aufklärt und bildet (Stichwort Vielfalt, Gesundheit, Praktiken), Menschen dabei begleitet, ihre Sexualität zu erforschen (Stichwort Tantra u.a.) und Menschen mit besonderen Bedürfnissen oder in besonderen Lebenslagen überhaupt die Auslebung ihrer Sexualität ermöglicht (Stichwort Sexualbegleitung für Menschen mit Behinderungen, in Altersheimen, aber auch BDSM etc). Je mehr wir davon ermöglichen, desto weniger muss es von der zerstörerischen Variante geben, und je offener wir damit umgehen, desto leichter lässt sich diese bekämpfen.

Wenn wir aber mit dem »schwedischen« oder einem anderen prohibitonistischen Modell die Sexarbeit wieder in einen illegalisierten Raum sperren, gefährden wir nicht nur die Unversehrtheit der Sexarbeitenden (die es weiterhin geben wird, alles andere ist pures Wunschdenken) durch das dann nötige Versteckspiel und die Aufrechterhaltung des Stimgas (Stigma kills!), sondern verhindern wir auch unsere eigene sexuelle Enwicklung als Gesellschaft und berauben uns letztlich sexueller Heilungsmöglichkeiten – dabei haben wir diese bitter nötig!

Und zur Frage der Abschaffung des Patriarchats: wie sich Sexualität entwickelt, wenn es keine Genderherrschaft und keine Martkgesellschaft gibt, lässt sich hier und heute nicht sagen. Wird es weiter Menschen geben, deren besondere Aufgabe die sexuelle Unterstützung anderer ist, einfach weil sie das gerne machen und gut können? Etwa so wie es auch Heiler*innen gibt oder Mediator*innen? Vielleicht. Keine Ahnung wie sich überhaupt das ganze Konzept »Beruf« dann entwickelt. Möglicherweise de-institutionalisieren sich Dinge und alle werden besser darin, sich gegenseitig zu begleiten. Das lässt sich von hier und heute aus nicht bestimmen. Also ist die Frage, was hier und heute mehr Befreiung und mehr Entfaltung birgt. Und das sind nicht Tabus, Verbote und Strafen, sondern (sexuell) empowerte Menschen und eine offene Kommunikations- und Konfliktkultur – beim Sex und in anderen Lebenslagen.

Beitrag zu „Zusammen arbeiten, zusammen wachsen, zusammen leben.“

Auf Einladung meiner lieben Freundin Hanna Parnow habe ich für das von ihr (gemeinsam mit Petra Schmitd) herausgegebene Buch »Zusammen arbeiten, zusammen wachsen, zusammen leben« einen Beitrag verfasst.

Es geht um neue Organisations- und Arbeitsformen in der Wirtschaft und ich habe dafür den »Premium«-Gründer Uwe Lübbermann über deren Konzept interviewt: »Auch die Konsument*innen bestimmen mit.« Seite 23-33. Seit Ende 2019 im Handel erhältlich.

Die Gewalt des Regimes Macron

Da ich diese Zeilen schreibe, sitze ich im Zug nach Frankreich. Vorhin erreichte mich die Nachricht eines Freundes, er sei in Béziers auf der »Marche Blanche«, dem Schweigemarsch, für den ermordeten Steve Canio, und es sei zum Fürchten. Die Polizei mache Tötungsgesten gegenüber den Demonstrant*innen, viele hätten aus Angst bereits die (von Anfang an verbotene: ein verbotener Schweigemarsch!) Demo verlassen, die Stimmung sei äußerst angespannt.
Bald kommt die zweite Nachricht, die Demo löse sich auf, es sei zu gefährlich, und die Polizei singe »Wir haben gewonnen«, außerdem mache sie nun Jagd auf die heimkehrenden Teilnehmer*innen. Ich solle mich bereit halten, gegebenfalls seine Anwältin zu kontaktieren. Noch nie habe er so etwas erlebt, und das, obwohl er an vielen militanten Auseinandersetzungen beteiligt gewesen sei, in Paris, Genf, Lyon und anderswo, er viele Gipfel und Proteste miterlebt habe.

Was ist passiert?

Der 21. Juni, längster Tag des Jahres, wird in Frankreich traditionell im Rahmen der «Fête de la musique» begangen, überall gibt es Konzerte und Parties im öffentlichen Raum. In Nantes waren die Veranstaltungen bis 4 Uhr morgens erlaubt. Um 4h15 (!) griff eine Polizeieinheit in Nantes auf einer Loire-Insel feiernde Student*innen an, viele sprangen aus Panik in den Fluss, einer, Steve, tauchte wochenlang nicht mehr auf, bis vor Kurzem seine Leiche gefunden wurde. Steve Canio ist ertrunken, als er vor einem brutalen Polizeieinsatz flüchtete.
Die Reaktion der Politik war zunächst wochenlanges Schweigen auf die in zahlreichen Medien und von Aktivist*innen und Freund*innen Steve’s gestellte Frage „Wo ist Steve?“ (#oueststeve?). Kein Wort kam der Regierung über die Lippen. Nun, nachdem klar ist, dass Steve durch diesen Polizeieinseatz zu Tode kam, heißt es, die Polizei habe natürlich gar nichts falsch gemacht und Steve sei selber schuld, alle möglichen kruden Versionen wurden verbreitet (und als Lügen entlarvt, zuletzt von einem Statement der Rettungssanitäter, die zum Einsatzort kamen).

Seitdem explodiert das Land vor Wut. Denn der Tod von Steve ist nur der letzte Kulminationspunkt einer immer repressiver und brutaler vorgehenden Regierung. Die Gilets Jaunes (Gelbwesten) haben mindestens einen wenn nicht zwei Tote durch Polizeihand (so etwa Zineb, eine alte Frau, die beim Schließen ihrer Fensterläden in Marseille von einer Tränengasgranate aus geringer Distanz, man kann es nicht anders sagen: abgeschossen wurde) zu beklagen, abgesehen von den Hunderten Schwerverletzter und Verstümmelter (abgerissene Hände und Ohren, zerstörte Augen, andere schwerste Gesichts- und Kopfverletzungen mit bleibender Entstellung) durch den Einsatz der sog. »Flashballs» Schockgranaten und Tränengasgranaten, die systematisch auf Kopfhöhe abgeschossen werden. Dazu kommen die zahlreichen Fälle von Misshandlung und Ermordung (präkarisierter) Jugendlicher (mit Migrationshintergrund) in Polizeigewahrsam (Adamá Traoré tot, Théo vergewaltigt, um nur zwei zu nennen), um die sich seit geraumer Zeit das »Comité Adamá« kümmert, dem auch der Soziologieprofessor und Theoretiker Geoffroy de Lagasnerie angehört. Seine Analysen zur Frage der Polizeigewalt sind brandaktuell und von äußerster Wichtigkeit für diesen Kampf. (Er spricht von »ordre policier« und nicht von »violence policière« um damit zu kennzeichnen, dass alles polizeiliches Handeln gewalttätig ist, und es eine Falle ist, es in legitim und illegitim oder verhältnismäßig und unverhältnismäßig zu unterscheiden, zumal sich die Polizei immer mehr selbst als Macht begreife, die dafür da sei, die »ungewollten« Bevölkerungsanteile (also den Surplus, die Misérables) zu eliminieren).

Nun, das ist der Hintergrund, vor dem heute im ganzen Land der »38. Akt« der Gilets Jaunes im Zeichen des Protests gegen die polizeiliche Tötung von Steve über die Bühne geht. In Nantes dauern zur Stunde die Strassenkämpfe noch an, und es wird von Schusswaffeneinsatz berichtet (ob das stimmt, wird noch zu überprüfen sein, aber es wundert halt niemanden mehr und man hält es, auch vor dem Hintergrund des Verhaltens der Polizei in Béziers, für möglich.) In Paris wird von der größten Mobilisierung seit Monaten berichtet. Die Regierung Macrons hat sich zu einem autoritären Regime entwickelt, das jeden Widerspruch mit brutalstmöglicher Gewalt beantwortet, während sie sich jede Kritik an den Polizeieinsätzen oder den Gebrauch des Begriffs »Polizeigewalt« verbittet, man lebe ja in enem Rechtsstaat, und da sei das per definitionem von vornherein ausgeschlossen.

Mir fällt dazu einfach nichts mehr ein. Ich wünsche mir die Zeit zurück, als Orwells 1984 ein Roman war. Gleichzeitig verneige ich mich vor dem Mut der Leute, auf die Strasse zu gehen, in dem Wissen, das nichts und niemand dich davor schützen kann, selbst Opfer schlimmster Verletzungen zu werden, oder verhaftet und für nichts und wieder nichts für Monate in den Knast zu wandern. Seit Beginn der Gilets Jaunes Proteste wurden Hunderte in Schnellverfahren für Lappalien zu Gefängnisstrafen verurteilt. Wann endlich fällt auch im Ausland auf, dass Macron nur ein auf Schönling getrimmter TrumpPutinErdogan ist? Die Strategie, das schlimmste zu verhindern (nämlich die Machtübernahme durch Marine LePen, also die FaschistInnen*) scheint endgültig als gescheitert angesehen werden zu müssen. Man fragt sich immer öfter: hätte LePen es schlimmer machen können?

Es sind düstere Zeiten.

 

*ich glaub die kodieren sich selber alle als binär, das ist ja schließlich ein faschistischer Laden.

Versuch über »Heimat«

Links sei da, wo keine Heimat ist. Diesen pseudoradikalen Spruch habe ich auch lange nachgeplappert. Dabei empfand ich eigentlich immer etwas anderes. Da es nach wie vor als schlaue Strategie »gegen rechts« gilt, auf dem Heimatbegriff herumzuhacken, allen voran Thomas Ebermann in »Linke Heimatliebe«, hier ein Versuch, ihn ideologisch zu entkoppeln. Es geht mir darum, zu zeigen, dass er nichts Böses an sich haben muss, dass es vielmehr ein sinnloses Unterfangen ist, Menschen dazu zwingen zu wollen, sich von einem emotionalen Teil ihrerselbst abzuschneiden, als sei das für die Emanzipation notwendig. Menschen Sentimentalität vorzuwerfen und sich zu wünschen, sie würden auf Grund rationaler Einsicht anders fühlen als sie tun, geht jedenfalls völlig am menschlichen Wesen vorbei und eignet sich eher für die Errichtung von Erziehungsdiktaturen als von freien Gesellschaften. Ich würde im Gegenteil vielleicht sogar soweit gehen, zu sagen, dass das Gefühl des Beheimatet-Seins als Teil von Ich-stärke eine Grundlage für Kosmopolitismus ist.

Ich habe Geographie studiert, eine Wissenschaft die sich mit der Beziehung von Menschen zu Orten befasst. Das Wort »Heimat« bezeichnet eine solche Beziehung. Alena Dausacker, die eine Masterarbeit zum Thema Heimat geschreiben hat, hat diese Mensch-Raum-Beziehung auf den Punkt gebracht. Ich zitiere aus ihrem Twitter-Thread, in dem sie die Gründung des »Heimatministeriums« kritisiert:

„Heimat ist subjektives Geborgenheitsempfinden, das mit einem konkreten, erfahrbaren Raum gekoppelt ist. Einem Dorf, einem Strassenzug, einer Landschaft.“

Und genau deshalb ist »Heimat« etwas anderes als »Patriotismus« oder Nationalstolz:

„Keiner nimmt den fucking Nationalstaat als Raum wahr. Das *können* wir gar nicht.“ Und: „Heimat ist subjektiv und bedeutet für jeden was anderes, wenn es auch bei Leuten aus derselben Region voraussichtlich signifikante Überschneidungen gibt. Heimat ist vor allem an Kindheitserinnerungen gekoppelt.“

Das ist der Grund, warum es sich hauptsächlich um einen Sehnsuchtsbegriff handelt: die Geborgenheit, die Sicherheit, die Sorglosigkeit sind mit dem Erwachsenwerden für immer verloren. Diesen Verlust kann man in einer besseren Welt zwar abfedern – durch soziale Sicherungssysteme und eine angstärmere Lebensgestaltung etwa – verhindern kann man ihn nicht. Erwachsenwerden bedeutet per definition Abschied von der Kindheit und man kann eben niemals dahin zurück, auch im Kommunismus nicht. »Meine Heimat ist die Sehnsucht«, soll der griechich-stämmige New-Yorker Dirigent Dimitri Mitropoulos einmal gesagt haben, wissend, dass der Ort, an den er zurück wollen würde, längst nicht mehr existiert: nicht nur, weil sich der Ort verändert hat, sondern auch, weil er selbst sich verändert hat. Er kommt nicht als der gleiche zurück, als der er weggegangen ist. Heimat ist also vor allem die Vorstellung von etwas.

Der Auskennen und Verstehen–Aspekt der Heimat.

Sich an einem Ort wirklich gut auskennen, seine kleinsten Ecken kennen und seine Veränderungen mitverfolgen und nachvollziehen, ist ein Faktor für das heimatliche Geborgenheitsgefühl. Ein anderer ist das Verstehen und Verstandenwerden. Die Sprache in ihren Nuancen und lokalen Spezialausdrücken durchdringen, sich ohne Anstrengung direkt verständlich machen – auch das fühlt sich nach »Zuhause« an. Diese beiden letztgenannten Aspekte sind die »mobilen« Aspekte von Heimat: Dort wo ich mich gut auskenne und mich verstanden fühle/mich verständlich machen kann, muss ich nicht herkommen, um mich beheimatet zu fühlen. Das kann ich mir aneignen. UND: das muss noch nicht einmal ein geographischer Ort sein. Es gibt auch »soziale« Heimaten – auch Thomas Ebermann dürfte »die Linke« als Heimat empfinden. Und so wie man im Dorf oder Stadtteil, wo man aufgewachsen ist, nicht alle mochte und mag und nicht mit allem einverstanden war und ist, so ist das auch mit einem sozialen Ort wie »der Linken«. Heimat ist nie homogen und widerspruchsfrei.

Zu so einem identitären, widerspruchstötenden Begriff wird Heimat erst, wenn man ihn über den erfahrbaren Raum hinaus ideologisch aufbläst. Alena Dausacker:

„Es gibt im Nationalstaat weder einen gemeinsamen Raum noch gemeinsame Erfahrungen, die heimatstiftend wirken. (…) Heimat ist eng mit Identität verknüpft und beides kann der Staat nur durch Narrative herstellen. Worauf das zwangsläufig hinausläuft, ist eine aufgezwungene Homogenisierung kultureller Erfahrungen(…)“

Man denke an die »identitätstiftenden Maßnahmen« zur Einigung Deutschlands im 19. Jahrhundert. Oder an das Seehofer’sche Heimatministerium.

Es mag Leute geben, die kennen eine solche Beziehung zu einem Raum nicht. Denen »läuft nicht das Pipi in die Augen« beim Anblick heimatlicher Landschaft (so beschrieb Hella von Sinnen einmal ihre Gefühlsreaktion, wenn sie von einer Reise zurück nach Köln kommt und mit dem Zug über die Hohenzollernbrücke fahrend den Kölner Dom erblickt). Das macht ja nichts. Vielleicht haben sie nie lange genug an einem Ort gewohnt, um sich in ihm geborgen zu fühlen, oder sie haben zu viele negative Erinnerungen an diesen Ort, als dass sie Sehnsucht nach ihm haben könnten. Vielleicht fühlen sie sich in sich selbst oder auf andere Art »Zu Hause«.

Ich kenne solche Gefühle durchaus. Bleiben wir beim Kölner Dom, es gibt wahrscheinlich viele Kölner*innen, die Hella von Sinnens Gefühl teilen. Ich selber habe 13 Jahre in Köln gewohnt, aber »Pipi in den Augen« habe ich keins, wenn ich zurückkehre. Ich kenne Köln gut, aber ich kenne es nicht in seiner Tiefe, es fehlt etwas. Und zwar: die gemeinsame Entwicklung mit dem Ort. Mir fehlen die an ihm pappenden Erinnerungen aus einer anderen Zeit (aus der Kindheit). Zwar habe ich lang genug hier gelebt, um manche Orte mit starken Erinnerungen und Gefühlen zu verknüpfen, und es gibt auch ein Gefühl der Vertrautheit, aber für »Heimat« reicht es nicht. Ich stehe beispielsweise noch heute ab und an fassungslos vor der Verwüstung, die die Stadt Köln auf dem Gelände des ehemaligen AZs in Kalk angerichtet hat: Rasen und Container wo einst so viel Leben war – und ich werde melancholisch und wütend. Es ist ein Verlust. Was dort war, war auch ein Stück Zuhause. Aber Heimat?

Landschaften und Orte können eine enorme emotionale Reaktion in Menschen hervorrufen. In »Karte der Wildnis« beschreibt Robert McFarlane, wie manche Menschen Kriege und Gefangenschaft überlebten, indem sie sich gedanklich an ihre liebsten Orte – einen Berg, einen See, Wald oder Wanderweg – versetzten. Das muss nicht unbedingt die Heimat gewesen sein, aber es ist klar, dass es um kleine (Natur-)Räume und eigene Erfahrungen geht, nicht um Staaten (die ja ästhetisch nur abstrakt erfahrbar) oder Länder (die auf Grund ihrer Größe kein erfahrbarer Naturraum sind) und schon gar nicht um deren widerspruchsbefreite Totalität, als bedeute Heimat, dass man auch mit der Politik der Regierung einverstanden ist. Im Gegenteil: ich kenne viele linke Bayer*innen, die sich in ihrer Landschaft sauwohl und mit ihr und ihrer Geschichte verbunden fühlen, aber im Dauerklinch mit der herrschenden Politik und mit manchen der anderen Einwohner*innen liegen.

Ich bin selbst so eine. Mich faszinieren alle möglichen Landschaften und ich kann vor der Schönheit der Natur in die Knie gehen (und über ihre laufende Vernichtung durch die Menschheit verzweifeln), aber nirgends breitet sich in mir diese sorglose Ruhe aus wie am Ufer des Starnberger Sees, den ich mit all seinen Stimmungen kenne wie keinen, in dem ich bei jeder Wetterlage gebadet habe, dessen Geschichte und Geschichten mir vertraut sind, in dem ich schwimmen gelernt habe und dem ich als Jugendliche meine Sorgen anvertraute. All das ist präsent, wenn ich ihn heute besuche. Das gute und das schreckliche. Genau deswegen ist er Heimat – das kann der Rhein oder das Mittelmeer niemals sein, hier war ich nicht glückliches Kind und nicht deprimierte Jugendliche. Und es gesellen sich andere Erinnerungen dazu: der Geschmack von frischen Radieschen und Schnittlauch auf Butterbrot. Der Geruch der trocknenden Seekiesel und des alten Mannes, der uns in seiner Kiosk-Hütte Ed von Schleck Eis verkaufte. Der Gesang von Amseln und das Zilpen von Schwalben, die über dem Wasser Mücken fangen. Läutende Kirchenglocken. Menschen die sich »Servus« begrüßen und der Geschmack von Augustiner-Bier. Das Platschern der Wellen. Der Blick auf die Zugspitze – oder nicht, je nach Wetterlage. Natürlich gibt es all die Elemente anderswo auch, aber es gibt sie nicht so. Ihre Kombination ist immer einzigartig. Schon der Ammersee ist nur noch halb Heimat. Und der Chiemsee ist schön, aber Heimat ist er eigentlich nicht mehr, denn ich kann mich zwar verständigen und ich kenne die kulturellen Codes, aber er ist mir nicht vertraut.

Wurzeln und Flügel

Es gibt dieses ausgelutschte Sprichwort, nachdem Eltern ihren Kindern Wurzel und Flügel mitgeben sollen. Dahinter steckt die Idee, dass ein psychisch starker Mensch, der sich seiner Herkunft und seiner Geschichte bewusst ist – der also Wurzeln bekommen hat, zu denen er stehen kann – offener ist für Veränderung, leichter damit umgehen kann, sich nicht so schnell bedroht fühlt. Das sind psychologische Basisweisheiten. Und doch werden sie im politischen Handgemenge gerne übersehen. Und so wird dann im Kampf gegen »rechts« der Heimatbegriff über Bord geworfen, anstatt ihn zu differenziert zu denken. Wieso diese Denkfaulheit? Das ist zwar ganz nett, wenn man unter sich bleiben und sich dabei für möglichst radikal halten will, es führt aber nicht weiter und argumentiert am Erleben der Menschen vorbei. Bairische Linke sehen seit Jahrzehnten mit einer gewissen Stoizität über diese (nord-)deutschen Anti-Heimat-Allüren hinweg. Nirgends habe ich Anarchie und Heimatverbundenheit so schön im Einklang gesehen. Antinazi-demos mit Dirndl. Das ist Drag! Da lässt sich was zurückerorbern und umdeuten. Hier wird schon lange von links um die Deutungshoheit gekämpft: die Kritik von Achternbusch, dass, wo früher Bayern war, heute »die Welt« sei, ist gerade NICHT als ein Beharren auf lokalem Hinterwäldlertum zu verstehen, sondern als eine frühe Kritik an der gleichmachenden kapitalistischen Kultur, die alle Eigenheiten verwurstet und einen Einheitsbrei ausspuckt, um »aus Fremden Konkurrenten machen« zu können (Marianne Gronemeyer), die sich so besser ausbeuten lassen.

Es macht also Sinn, einen individuellen und auf konkreten Erfahrungen bezogenen Heimatbegriff stark zu machen, weil man so einen ideologischen Heimatbegriff aushebeln kann, der nur der Aufrechterhaltung der Herrschaft dient. Mit der Verteufelung des Heimatbegriffes gewinnt man aber keinen Blumentopf und schon gar nicht die Herzen der Menschen. Dort, wo ich eine oder auch mehrere Heimaten haben darf und kann, teile ich sie gerne mit anderen, kann ich sie gelassen kritisieren und sie in ihrer Widersprüchlichkeit anerkennen. Da, wo man sie mir wegnehmen will oder abspricht, werde ich sie gegen diese Angriffe verteidigen und zunächst für mich behalten wollen. Womit sich dann linke Heimatkritiker*innen darin bestätigt fühlen, dass Heimatverbundenheit zu Fremdenhass und Kleingeistigkeit führt und man sie umso mehr bekämpfen muss, was auf der anderen Seite zu umso verstärkten Verteidigungsaktivitäten und Verlustängsten führt. Was für ein Theater!

Um mit Alena Dausacker zu enden:

»Habt eure Heimaten, wo ihr wollt. Wechselt sie, spielt mit ihnen, fasst sie so groß oder  klein, wie ihr wollt. Aber seid Euch dessen bewusst, dass Heimaten euch allein gehören, denn jed*r hat eine eigene.« (oder mehrere)